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Horrorszenario am Offlumer See

Ein Flugzeugabsturz, ein Brand, viele Verletzte und Betroffene – Großeinsatz für die Frauen und Männer von Freiwilliger Feuerwehr, DRK und DLRG am vergangenen Samstag am Offlumer See. Rund zwei Stunden lang übten die Freiwilligen ein komplexes Szenario.   von Jens Keblat

Jens Keblat, MV

Jens Keblat, MV

Samstagnachmittag, 16 Uhr: „Vom Flugplatz Eschendorf startet ein viersitziges Sportflugzeug zu einem Ausbildungsflug. In Höhe der Bauernschaft Maxhafen kommt es zur Kollision mit den dort verlaufenden Hochspannungsleitungen“, dieses Übungsszenario erläutert Jörg Lünnemann von der Freiwilligen Feuerwehr Neuenkirchen am Samstag den insgesamt 60 Einsatzkräften am Offlumer See. Lünnemann: „Der Fluglehrer kann über Funk noch einen Notruf an seinen Tower absetzen“, doch die Katastrophe kann er nicht mehr stoppen: eine eilig angesetzte Notlandung auf dem Offlumer See wird zum folgenschweren Manöver, denn dazu kommt es nicht mehr. Die Maschine, so sieht es das Szenario vor, verliert brennende Bauteile, die in einem Waldstück landen und auch eine zehnköpfige Gruppe Jogger treffen, die gerade zwischen Seeufer und Waldrand trainiert. Die Maschine, so will es der Übungsplan, stürzt schließlich brennend in den See – nur zwei der vier Insassen erreichen das rettende Ufer aus eigener Kraft, für zwei weitere kommt jede Hilfe zu spät. Ein Horrorszenario, das die ehrenamtlichen Rettungskräfte nicht etwa der Dramatik wegen gewählt haben: „So schaffen wir es, wirklich alle Kräfte zu beschäftigen“, sagt Wehrführer Ralf Stoltmann. Das sei oft die eigentliche Herausforderung bei so einer Übung.

Verschiedene Teilszenarien geübt

Mehr noch: so gelingt es, gleich verschiedene Teilszenarien zu üben, einen Brand zu bekämpfen und Menschenleben zu retten und auch das Terrain kann so umfangreich erkundet und erprobt werden. Eine kleine Abweichung vom Übungskonzept sorgt schließlich dafür, dass Einsatzleiter Berthold Perick ins Schwitzen kommt. Die Unfalldarsteller treffen die Wehrleute an einem anderen Ort an, als zunächst angenommen. Es muss improvisiert werden, sogar die Ehrenabteilung springt schließlich zur Ersten Hilfe mit ein. Auch DRKEinheitsführer Michael Reinke muss sich schließlich beweisen, während DLRGTaucher in den See eilen.

„Das ist keine Spielerei“

Mittendrin: Bürgermeister Franz Möllering. Mit dem Fahrrad begutachtet er die verschiedenen Einsatzabschnitte und betont prompt die Wichtigkeit solcher Übungen: „Das ist keine Spielerei“, sagt er. Die Zusammenarbeit der Organisationen und das Beherrschen der umfangreichen Technik haben im Interesse der Sicherheit der Bevölkerung in Neuenkirchen einen hohen Stellenwert. Gerade weil sich bei solchen Übungen vor allem jüngere Retter beweisen können, könne man so etwas gar nicht oft genug üben. Er sprach allen Beteiligten Dank und Anerkennung aus.


Jens Keblat, Münsterlandische Volkszeitung

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5. September 2016 20:46 Uhr. Alter: 1 Jahre